Dienstag, 21. August 2007
Fortbewegung in Bishkek

(Also in Bischkek reitet keiner, aber auf dem Land sind viele auf Pferd und Esel unterwegs)

Bishkek ist wirklich eine schöne Stadt, auch nicht zu riesig, sehr grün durch die vielen Parkanlagen mit vielen Freiluft-Kaffees und Denkmälern. Aber die Fortbewegung war am Anfang schon sehr gewöhnungsbedürftig: Man muss fast überall hin mit diesen „Marschrutkas“ fahren: Man muss die Routen der einzelnen Nummern kennen und sich dann so an die Straße stellen, dass sie gut anhalten kann und wenn dann die passende Nummer angebraust kommt wedelt man mit dem Arm so abwärts und sie hält an. Dann steigt man in diesen umgebauten Mercedes oder VW Sprinter. Die meisten kommen aus Deutschland, aber ich frag mich schon, ob so viele jemals in Deutschland herumfuhren, dass in Staedten wie Moskau, Kiew und Bishkek ein beachtlicher Teil des oeffentlichen Nahverkehrs von ihnen erbracht werden kann. Man klammert sich also irgendwo fest, kramt fünf Som, ungefähr 10 Eurocent, aus der Tasche und gibt sie dem Fahrer. Das ist jedoch noch alles einfach, dass Problem ist, man muss dem Fahrer sagen wo er anhalten soll, und wenn man die Stadt nicht kennt ist das schon ziemlich schwierig, aber das größte Problem ist dass man meist nicht rausschauen kann, weil man irgendwo eingeklemmt zwischen zig Kirgisen steht und die Fenster zu niedrig sind. Um rauszuschauen muss man sich irgendwie nach unten biegen. Naja, am besten man quetscht sich irgendwann nach vorne durch und hofft dass es ungefähr die richtige Ecke ist, sagt zum Fahrer „astanavitie paschalusta“ dann hält er kurz darauf und wenn man dann ausgestiegen ist läuft man eben den Rest. Aber die letzten drei Tage bin ich genau da ausgestiegen wo ich hin wollte. Fuehl mich schon viel freier.

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