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Dienstag, 21. August 2007
Fortbewegung in Bishkek
vio, 13:37h

(Also in Bischkek reitet keiner, aber auf dem Land sind viele auf Pferd und Esel unterwegs)
Bishkek ist wirklich eine schöne Stadt, auch nicht zu riesig, sehr grün durch die vielen Parkanlagen mit vielen Freiluft-Kaffees und Denkmälern. Aber die Fortbewegung war am Anfang schon sehr gewöhnungsbedürftig: Man muss fast überall hin mit diesen „Marschrutkas“ fahren: Man muss die Routen der einzelnen Nummern kennen und sich dann so an die Straße stellen, dass sie gut anhalten kann und wenn dann die passende Nummer angebraust kommt wedelt man mit dem Arm so abwärts und sie hält an. Dann steigt man in diesen umgebauten Mercedes oder VW Sprinter. Die meisten kommen aus Deutschland, aber ich frag mich schon, ob so viele jemals in Deutschland herumfuhren, dass in Staedten wie Moskau, Kiew und Bishkek ein beachtlicher Teil des oeffentlichen Nahverkehrs von ihnen erbracht werden kann. Man klammert sich also irgendwo fest, kramt fünf Som, ungefähr 10 Eurocent, aus der Tasche und gibt sie dem Fahrer. Das ist jedoch noch alles einfach, dass Problem ist, man muss dem Fahrer sagen wo er anhalten soll, und wenn man die Stadt nicht kennt ist das schon ziemlich schwierig, aber das größte Problem ist dass man meist nicht rausschauen kann, weil man irgendwo eingeklemmt zwischen zig Kirgisen steht und die Fenster zu niedrig sind. Um rauszuschauen muss man sich irgendwie nach unten biegen. Naja, am besten man quetscht sich irgendwann nach vorne durch und hofft dass es ungefähr die richtige Ecke ist, sagt zum Fahrer „astanavitie paschalusta“ dann hält er kurz darauf und wenn man dann ausgestiegen ist läuft man eben den Rest. Aber die letzten drei Tage bin ich genau da ausgestiegen wo ich hin wollte. Fuehl mich schon viel freier.
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Anreise
vio, 13:28h
nun bin ich bald einen ganzen Monat weg, aber ich glaub ich bin erst jetzt so halbwegs angekommen. Heut ist mein erster Sonntag an dem ich allein ein paar Stunden zu hause bin. Hab einfach mal ausgeschlafen, dann gabs ein „deutsches“ Frühstück mit einer Brotscheibe (!) mit Schmierkäse und einer Tasse Nescafee, mhmmm.
So jetzt ein bisschen der Reihe nach.
Also wir (meine Projektpartnerin Katrin und ich) sind am Mittwoch den 18. Juli von Berlin aus mit dem Nachtzug nach Kiew (Ukraine) gestartet. Die Nächte davor jeweils nur zwei Stunden geschlafen, ich war also etwas neben mir. Diese Fahrt war nicht so spektakulär: Dreierabteil, also drei Betten übereinander, in dem untersten schlief ein kleines Mädel aus dem Nebenabteil. Der Grenzübergang nach Polen war kurz vorm Schlafengehen. Dann folgte ein Radwechsel, da die in Polen andere Schienen haben als in Deutschland. Die Fahrt durch Polen war leider in der Nacht, morgens dann die Grenze zur Ukraine und wieder ein Radwechsel, da in Ländern der ehemaligen Sowjetunion die Schienen wieder anders sind. Wichtig: Die Toiletten sind immer abgeschlossen bei längeren Aufenthalten, also auch an den Grenzen und bei den Radwechseln und das kann durchaus mehrere Stunden dauern. Die Ukraine, wie wir sie aus dem Zug sehen konnten war sehr flach, viele Kornfelder, kleine Bauernhöfe, Heuwagen von Pferden gezogen, aber auch viel brachliegendes Land, riesige leerstehende Landwirtschaftsgebäude, dazwischen ein winziger Garten mit Gemüse. Abends sind wir dann in Kiew angekommen: Düsterer Bahnhof, viele Taxifahrer, lange Treppen und keine Fahrstühle oder Rolltreppen und wir mit elend viel Gepäck. Wir wurden von zwei Ukrainerinnen abgeholt, die Katrin über diesen Internationalen Übernachtungsclub gefunden hatte (www.hospitalityclub.net oder so ähnlich), was auch gut war, denn ohne genaueste Ortskenntnisse kann eine Taxifahrt in Kiew sehr schwierig werden, dass stellten wir dann einen Tag später fest. Der Taxifahrer kannte die Adresse nicht und seine Karte war ohne Randbezirke, wo wir aber hinmussten. Trotz Lotsen am Telefon brauchten wir über eine Stunde heim und ich musste die ganze Zeit. Bis auf die Verkehrsmittel waren die zwei Tage in Kiew echt schön. Eine wirklich tolle Stadt: Schöne Kirchen, viele Parks, große Boulevards, gute ukrainische Fastfoodketten und echt nette freundliche Menschen. Wirklich eine Stadt zum Wohlfühlen. Von der Währung hatte ich früher noch nie gehört: Ukrainische Grüfnie oder so ähnlich. Nach zwei Tagen gings dann weiter nach Moskau. Nun hatten wir für die rund 20 Stunden dauernde Fahrt in der billigsten Klasse gebucht: Platzkartnije, d.h. Großraumabteil mit zwei Etagen Betten, immer zwei gegenüber und am Gang noch mal zwei. Es war heiß, so um die 33 Grad und im Zug noch viel heißer: Alles voll halbnackter ukrainischer Männer auf dem Weg zur Arbeit in Moskau. Aber sie waren alle sehr freundlich zu uns, wurden auch nicht zu aufdringlich und tranken auch kaum Wodka. Mitten in der Nacht kurz vor der Grenze nach Russland wurde es dann ziemlich lebhaft im Zug, überall wurden irgendwelche Tüten und Taschen unter die Sitze geschoben. Aber die Zollbeamten hatten an diesem üblichen Schmuggel kein Interesse, nur Katrin musste den Inhalt ihres Waschbeutels zeigen, wobei die Beamtin zum Glück kurz vor dem mitgeführten Trängas das Interesse verlor. Am Morgen kamen wir dann in Moskau an. Da wir beide schon mal da waren, war unser Programm dort eher von den Vorbereitungen für die dreieinhalbtage dauernde Fahrt nach Bishkek geprägt: Lebensmittel besorgen, die sich mit kochendem Wasser dann zubereiten lassen, Gepäck so packen, dass man nicht an den Koffer während der Fahrt muss und vor allem ausgiebig vorduschen . Den letzten Tag haben wir dann mit dem Bruder einer kirgisischen Freundin von Katrin und seinem Freund verbracht. Noch mal schöne Fotos auf dem Roten Platz gemacht, Essen gegangen, und dann haben sie uns zum Zug gebracht: Sie halfen uns das Gepäck falsch zu wiegen, wir hatten natürlich viel mehr als erlaubt dabei, und die Schaffnerin und unsere Platznachbarn wurden gebeten, gut auf uns aufzupassen. Wir hatten wirklich nette Nachbarn: Ein russisches Ehepaar mittleren Alters auf dem Weg in ihre ehemalige Heimat Kirgistan. Bis auf die Hitze war die Zugfahrt echt angenehm und ruhig. Lesen, aus dem Fenster schauen, plaudern, russisch lernen, Fotos machen und zwischendurch sich irgendwie in dieser Minizugtoilette waschen und umziehen ohne an die Toilette zu stoßen. Wir haben es sogar geschafft unsere Haare zu waschen: mit der einen Hand am Wasserhahn drücken, damit Wasser kommt mit der anderen das Shampoo verteilen. In diesen Zügen gibt es immer einen großen Samowar mit heißem Wasser für Tee und Tütenessen. An den längeren Aufenthalten kann man aber auch aussteigen und bei den vielen Verkäuferinnen, oft alte Mütterchen, Obst, Gemüse, Brot, Eis, Wasser, Zigaretten, Alkohol, Kaviar, Räucherfisch, Melonen und vieles mehr kaufen. Wir haben aber nur Wasser und Brot gekauft, wir haben schon sehr aufgepasst, dass wir uns nicht den Magen verderben. Die längste Zeit gings durch das riesige Kasachstan: Wüste, Steppe, Wüste, Sandberge, Esel, Pferde, Kamele, der von einer weißen Salzkante umgebene Aralsee, Wüste, kleine grüne Oasen, karge Berge. Nach drei Tagen kam dann nachts die Grenze zu Kirgistan und unsere erste negative Grenzerfahrung: Wir sollten irgendein Papier haben für unser Gepäck, was wir aber nicht hatten, und was ja auch sonst kein Problem war, wir hatten nur unseren Wisch mit dem falsch gewogenen Gepäck, ob dass das Problem war, ließ sich auch nicht rauskriegen. Zumindest holten die Milizionäre Katrin raus, da sie besser russisch sprach wahrscheinlich, und ich saß bibbernd beim Gepäck und hoffte inständig, dass sie bald wieder käme. Sie kam dann auch zum Glück. Sie wollten halt ein bisschen Geld haben, hundert Rubel, also ca. 2,50 Euro, oder wir sollten aussteigen und den nächsten Zug nehmen, da hat Katrin lieber gezahlt. Um drei Uhr sind wir dann im düsteren Bishkek angekommen. Dieser Bahnhof und die ganze Stadt ist nachts wirklich so gut wie stockfinster, aber Burul, eine Schwester von Katrins kirgisischer Freundin holte uns zum Glück mit männlicher Begleitung ab. Dann haben wir erstmal geduscht und ausgeschlafen.

(Wir mit vielen Mitarbeitern von Erayim auf dem Weg zum Issykul)
So jetzt ein bisschen der Reihe nach.
Also wir (meine Projektpartnerin Katrin und ich) sind am Mittwoch den 18. Juli von Berlin aus mit dem Nachtzug nach Kiew (Ukraine) gestartet. Die Nächte davor jeweils nur zwei Stunden geschlafen, ich war also etwas neben mir. Diese Fahrt war nicht so spektakulär: Dreierabteil, also drei Betten übereinander, in dem untersten schlief ein kleines Mädel aus dem Nebenabteil. Der Grenzübergang nach Polen war kurz vorm Schlafengehen. Dann folgte ein Radwechsel, da die in Polen andere Schienen haben als in Deutschland. Die Fahrt durch Polen war leider in der Nacht, morgens dann die Grenze zur Ukraine und wieder ein Radwechsel, da in Ländern der ehemaligen Sowjetunion die Schienen wieder anders sind. Wichtig: Die Toiletten sind immer abgeschlossen bei längeren Aufenthalten, also auch an den Grenzen und bei den Radwechseln und das kann durchaus mehrere Stunden dauern. Die Ukraine, wie wir sie aus dem Zug sehen konnten war sehr flach, viele Kornfelder, kleine Bauernhöfe, Heuwagen von Pferden gezogen, aber auch viel brachliegendes Land, riesige leerstehende Landwirtschaftsgebäude, dazwischen ein winziger Garten mit Gemüse. Abends sind wir dann in Kiew angekommen: Düsterer Bahnhof, viele Taxifahrer, lange Treppen und keine Fahrstühle oder Rolltreppen und wir mit elend viel Gepäck. Wir wurden von zwei Ukrainerinnen abgeholt, die Katrin über diesen Internationalen Übernachtungsclub gefunden hatte (www.hospitalityclub.net oder so ähnlich), was auch gut war, denn ohne genaueste Ortskenntnisse kann eine Taxifahrt in Kiew sehr schwierig werden, dass stellten wir dann einen Tag später fest. Der Taxifahrer kannte die Adresse nicht und seine Karte war ohne Randbezirke, wo wir aber hinmussten. Trotz Lotsen am Telefon brauchten wir über eine Stunde heim und ich musste die ganze Zeit. Bis auf die Verkehrsmittel waren die zwei Tage in Kiew echt schön. Eine wirklich tolle Stadt: Schöne Kirchen, viele Parks, große Boulevards, gute ukrainische Fastfoodketten und echt nette freundliche Menschen. Wirklich eine Stadt zum Wohlfühlen. Von der Währung hatte ich früher noch nie gehört: Ukrainische Grüfnie oder so ähnlich. Nach zwei Tagen gings dann weiter nach Moskau. Nun hatten wir für die rund 20 Stunden dauernde Fahrt in der billigsten Klasse gebucht: Platzkartnije, d.h. Großraumabteil mit zwei Etagen Betten, immer zwei gegenüber und am Gang noch mal zwei. Es war heiß, so um die 33 Grad und im Zug noch viel heißer: Alles voll halbnackter ukrainischer Männer auf dem Weg zur Arbeit in Moskau. Aber sie waren alle sehr freundlich zu uns, wurden auch nicht zu aufdringlich und tranken auch kaum Wodka. Mitten in der Nacht kurz vor der Grenze nach Russland wurde es dann ziemlich lebhaft im Zug, überall wurden irgendwelche Tüten und Taschen unter die Sitze geschoben. Aber die Zollbeamten hatten an diesem üblichen Schmuggel kein Interesse, nur Katrin musste den Inhalt ihres Waschbeutels zeigen, wobei die Beamtin zum Glück kurz vor dem mitgeführten Trängas das Interesse verlor. Am Morgen kamen wir dann in Moskau an. Da wir beide schon mal da waren, war unser Programm dort eher von den Vorbereitungen für die dreieinhalbtage dauernde Fahrt nach Bishkek geprägt: Lebensmittel besorgen, die sich mit kochendem Wasser dann zubereiten lassen, Gepäck so packen, dass man nicht an den Koffer während der Fahrt muss und vor allem ausgiebig vorduschen . Den letzten Tag haben wir dann mit dem Bruder einer kirgisischen Freundin von Katrin und seinem Freund verbracht. Noch mal schöne Fotos auf dem Roten Platz gemacht, Essen gegangen, und dann haben sie uns zum Zug gebracht: Sie halfen uns das Gepäck falsch zu wiegen, wir hatten natürlich viel mehr als erlaubt dabei, und die Schaffnerin und unsere Platznachbarn wurden gebeten, gut auf uns aufzupassen. Wir hatten wirklich nette Nachbarn: Ein russisches Ehepaar mittleren Alters auf dem Weg in ihre ehemalige Heimat Kirgistan. Bis auf die Hitze war die Zugfahrt echt angenehm und ruhig. Lesen, aus dem Fenster schauen, plaudern, russisch lernen, Fotos machen und zwischendurch sich irgendwie in dieser Minizugtoilette waschen und umziehen ohne an die Toilette zu stoßen. Wir haben es sogar geschafft unsere Haare zu waschen: mit der einen Hand am Wasserhahn drücken, damit Wasser kommt mit der anderen das Shampoo verteilen. In diesen Zügen gibt es immer einen großen Samowar mit heißem Wasser für Tee und Tütenessen. An den längeren Aufenthalten kann man aber auch aussteigen und bei den vielen Verkäuferinnen, oft alte Mütterchen, Obst, Gemüse, Brot, Eis, Wasser, Zigaretten, Alkohol, Kaviar, Räucherfisch, Melonen und vieles mehr kaufen. Wir haben aber nur Wasser und Brot gekauft, wir haben schon sehr aufgepasst, dass wir uns nicht den Magen verderben. Die längste Zeit gings durch das riesige Kasachstan: Wüste, Steppe, Wüste, Sandberge, Esel, Pferde, Kamele, der von einer weißen Salzkante umgebene Aralsee, Wüste, kleine grüne Oasen, karge Berge. Nach drei Tagen kam dann nachts die Grenze zu Kirgistan und unsere erste negative Grenzerfahrung: Wir sollten irgendein Papier haben für unser Gepäck, was wir aber nicht hatten, und was ja auch sonst kein Problem war, wir hatten nur unseren Wisch mit dem falsch gewogenen Gepäck, ob dass das Problem war, ließ sich auch nicht rauskriegen. Zumindest holten die Milizionäre Katrin raus, da sie besser russisch sprach wahrscheinlich, und ich saß bibbernd beim Gepäck und hoffte inständig, dass sie bald wieder käme. Sie kam dann auch zum Glück. Sie wollten halt ein bisschen Geld haben, hundert Rubel, also ca. 2,50 Euro, oder wir sollten aussteigen und den nächsten Zug nehmen, da hat Katrin lieber gezahlt. Um drei Uhr sind wir dann im düsteren Bishkek angekommen. Dieser Bahnhof und die ganze Stadt ist nachts wirklich so gut wie stockfinster, aber Burul, eine Schwester von Katrins kirgisischer Freundin holte uns zum Glück mit männlicher Begleitung ab. Dann haben wir erstmal geduscht und ausgeschlafen.

(Wir mit vielen Mitarbeitern von Erayim auf dem Weg zum Issykul)
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Intro
vio, 13:18h
hab mich nun doch entschieden, einen Blog zu eroeffnen. So kann jeder das lesen, was ihn interessiert, aber ueber persoenliche mails freu ich mich trotzdem sehr und werd sie natuerlich auch beantworten...


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